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Die letzten Wochen – Urlaub in Südfrankreich

Anfang Juni waren wir für 2 Wochen im Urlaub – wir, das waren mein Mann, die Kleine und ich. Der Große musste für seine Abschlussprüfungen lernen und hatte auch noch eine Präsentation nach den Ferien, die er gemeinsam mit anderen halten musste, so dass er daheim blieb, um sich vorzubereiten und zu lernen (und vermutlich die sturmfreie Bude zu genießen… 😉 ). Wir hatten ein süßes kleines Chalet auf einer Ferienanlage im Süden Frankreichs, gleich bei Toulon, mit Pool auf dem Gelände und einer wunderbaren Terrasse. Wir hatten himmlisches Wetter – 14 Tage Sonnenschein pur, kein einziger Tropfen Regen, jeden Tag Badewetter. Die Kleine war im siebten Himmel!

Sie lernte im Urlaub auch freihändig Treppensteigen – gleich am ersten Tag eroberte sie die drei Stufen von unserer Veranda hinab auf den Weg. Und das trainierte sie ganz viel, während wir im Urlaub waren, weil sie dort viel Ball spielte und der natürlich häufig hinab rollte und sie ihn sich wieder zurückholen musste.

Wahnsinnig gerne und häufig waren wir im Pool. Selbst an Strandtagen waren wir hinterher noch sehr oft dann am späten Nachmittag bei uns auf dem Gelände im Pool. Die Kleine spielte mit ihrer Gießkanne oder ihren anderen Spielsachen und sprang mit großer Begeisterung vom Beckenrand, paddelte mit uns durch’s Becken und hinterher saß sie eingemummelt in ihren Bademantel auf einer Sonnenliege im Schatten und futterte Banane oder Kekse. Ein steter Begleiter war ihr UV-Schutzshirt und ihr UV-Schutzhütchen gegen die Sonne. An den ganz heißen Tagen auch immer die Aquaschuhe, weil die Fliesen rund um den Pool in der Sonne sehr heiß wurden, so dass man barfuß kaum mehr dort laufen konnte. Und der abschüssige Zugang in den Pool war auch recht rutschig, da boten die Schuhe auch nochmal zusätzlichen Halt. Beides kann ich nur empfehlen!

Einige Male waren wir natürlich auch am Strand. Einer der schönsten Zugänge zum Meer (und auch nicht nur flacher Sandstrand, sondern auch Klippen – nicht allzu hoch), über die man turnen und von denen man aus auch ins Meer springen kann, gibt es auf der Le Brusc vorgelagerten kleinen Insel Île du Grand Gaou (zu Fuß aus von Le Brusc erreichbar). Dort war ich schon als Kind und das ist bis heute mein liebster Strand in der Gegend, da es dort auch schön schattige Plätze gibt, wo man sich aufhalten kann, wenn man nicht gerade schwimmen gehen möchte. Die Kleine fand das Meer dort auch besser als überall anderswo, weil sie dort nicht so diese Weite vor sich hatte – direkt der Île du Grand Gaou gegenüber liegt die Île de la Tour Fondue, so dass man nicht so das Gefühl hat, das Meer würde nirgendwo enden, wie das bei offenen Sandstränden ja häufig ist. An den offenen Sandstränden weigerte sie sich auch hartnäckig, überhaupt ins Wasser zu gehen.

Einen Tag lang unternehmen wir einen Ausflug auf den Mont Faron. Wir fuhren mit der Gondelbahn hinauf. Die Gondelbahn alleine ist schon ein Erlebnis, da der Boden teilweise verglast ist – eine Herausforderung für meinen Mann mit Höhenangst! Ich fand es toll und der Blick, den man von dort aus über Toulon und den Hafen hat, ist einfach atemberaubend! Oben ist ein kleiner Zoo (eine Raubtierzuchtstation) eingerichtet, den wir auch besuchten. Die Gehege waren jetzt alle nicht unbedingt so, dass sie einen Schönheitswettbewerb gewonnen hätten, teilweise auch echt klein, aber es war schattig und die Tiere wirkten entspannt und zufrieden. Ich nehme an, ein so kleiner Zoo hat es sicher auch nicht ganz einfach zu überleben und ist natürlich in keinster Weise vergleichbar mit dem riesigen Zoo hier bei uns! Und der Kleinen hat es wirklich gut gefallen.

Einen anderen Tag fuhren wir über die Route de Crêtes von La Ciotat nach Cassis. Auch dies eine Route, die wir bereits kannten (jedenfalls mein Mann und ich, bei unserem letzten Besuch schwamm die Kleine allerdings noch in Abrahams Wurstkessel… ;-)), die aber so wunderschön ist, dass wir sie erneut in Angriff nahmen. Es ist eine Bergstraße, die immer wieder Haltebuchten und auch größere Parkmöglichkeiten bietet und einen traumhaften Ausblick zuerst auf La Ciotat mit dem Meer und anschließend auf Cassis mit der Bucht bietet. Die schmale Straße kann abenteuerlich sein, wenn man mit einem großen Auto unterwegs ist und einem ein wagemutiger Franzose mit ebenfalls großem Auto entgegen kommt und abbremsen als völlig überflüssig erachtet. 😉 Aber der Nervenkitzel ist Teil des Reizes dieser Route.

Alles in allem lässt sich zusammenfassen, dass wir wunderschöne Urlaubstage hatten mit einer perfekten Mischung aus Unternehmungen und ruhigen entspannten Tagen. Ich habe unglaubliche 15 (!) Bücher in den 2 Wochen gelesen, mein Mann hat ebenfalls viel gelesen (die Tochter sowieso 😉 ), außerdem haben wir die viele gemeinsame Zeit sehr genossen und wieder viel Kraft für den Alltag tanken können. Die weite Fahrt bis dorthin (von uns aus fast ganz genau 1.000 km) war überraschenderweise mit der Kleinen überhaupt kein Problem – sie hörte viel Kindermusik, schaute Bücher an, schlief viel, futterte unsere Vorräte leer und spielte mit ihrem eigens dafür angeschafften Spielhandy. Und wenn mal die Laune zu kippen drohte, durfte sie eine Weile durch die Galerie meines Handys blättern. 😉

 

Tag 5 – Heimkehrer

Und schon ist unser Urlaub wieder vorbei… Heute sind wir wieder nach Hause gefahren. Gleich heute morgen ging es los – wir mussten bis 9:30 Uhr das Zimmer geräumt haben und sind dann auch gleich Richtung Heimat gefahren. Wir waren noch nicht lange unterwegs, da war die Kleine schon friedlich eingeschlummert. Da die Autobahnen erwartungsgemäß recht voll waren, fuhren wir viel Landstraße – zuerst durch die Berge bis Traunstein, dann von dort aus Autobahn bis zu unseren Freunden, die in der Nähe von Landsberg am Lech wohnen, und bei denen wir unterwegs Pause machten.

Bei unseren Freunden waren wir zwar nur kurz, weil wir ja doch noch einiges an Fahrstrecke vor uns hatten, aber es war sehr schön. Ihre Tochter ist dreieinhalb Jahre älter als unsere und so können wir dort immer mal Kinderklamotten oder Spielzeug erben, aus dem ihre Tochter herausgewachsen ist und in was unsere erst noch hineinwachsen wird. Heute haben wir gleich einen ganzen Umzugskarton an Klamotten, Puzzlen, Spielen und Utensilien für die Kinderküche geschenkt bekommen! Total lieb!

Die Tochter war ganz hingerissen von unserer Kleinen und kümmerte sich sofort ganz rührend um sie. Und die Kleine ließ sich SEHR gerne umtüddeln. 😉 Sie spielten miteinander Puppen und puzzelten zusammen und schauten gemeinsam Bücher an und zum Schluss durfte die Kleine sogar noch mit dem Mia and Me Pferd und der Mia spielen, was sie extrem toll fand. Oh weia, ich hoffe, bis wir uns damit näher befassen müssen, vergeht noch eine Menge Zeit! 😉 Jedenfalls wollte die Kleine dann gar nicht weiter fahren und ließ sich erst locken, als wir sie erinnerten, dass daheim ja ihr „Bru“ auf sie warten würde.

Die zweite Hälfte der Fahrt war dann etwas anstrengender, da die Kleine bald keine Lust mehr auf Auto fahren hatte. Sie jammerte, ihr täte der Popo weh und nicht mal eine Folge Teletubbies auf dem Tablet konnte sie besänftigen. Also machten wir nach nur einer Stunde eine weitere Pause und sie durfte stillen – gegen leichtes Widerstreben setzten wir sie dann wieder in den Kindersitz und fuhren weiter und der Plan ging auf – sie schlief nur 10 Minuten später tief und fest ein und bis Zuhause durch. 🙂

Sie freute sich riesig, ihren Bruder wiederzusehen – und er sich ebenfalls sehr darüber, seine Kleine wiederzuhaben! Ich liebe es zu sehen, wie die beiden aneinander hängen. ❤

Hier daheim lief alles super. Der Große hatte die Spülmaschine noch angeschaltet und alles war aufgeräumt, die Kaninchen sind wohlgenährt und waren frisch gefüttert, als wir ankamen. Tipptopp! Er hat sogar ein bisschen was für die Schule gemacht und gelernt (jedenfalls hat er mir was gezeigt, was er gemacht hatte, hoffen wir mal, dass es wirklich stimmt 😉 ), ansonsten hat er die sturmfreie Zeit einfach genossen, auf jeden Fall war er vernünftig und hat keine fette Party hier geschmissen. Er darf also gerne mal wieder alleine bleiben. 😉

Tag 4 – Chiemsee ahoi!

Für heute war wechselhaftes Wetter und vor allem Föhn angesagt – und das letzte Mal, als ich Föhn live miterlebte, bekam ich einen so heftigen Migräneanfall,  dass ich dachte, ich würde sterben. Ach was, das wünschte ich mir sogar! Wirklich entfliehen konnten wir dem natürlich nicht, aber wir machten einen Ausflug an den Chiemsee. Dort sind die Auswirkungen nicht ganz so extrem und die Wettervorhersage war zudem auch noch gut – klar bei Föhn!

Wir entschieden uns für die „Inseltour West“, die sowohl die Herren- als auch die Fraueninsel beinhaltet. Die Sonne strahlte, lediglich der Südwind war ab und zu ein bisschen kühl, ansonsten spürte man den Frühling in der Natur die Oberhand gewinnen. Ein paar klitzekleine Reste Schnee gab es noch hie und da, ansonsten blitzten aber die Schneeglöckchen überall durch und die Weidenkätzchen waren schon überall zu sehen. Hach, toll!

Zuerst fuhren wir mit dem Schiff zur Herreninsel. Die Kleine hat da einen lustigen Verhörer beim Wort „Schiff“ – sie kann es nicht von „Fisch“ unterscheiden. So ist ihr Laut für Fisch (Mund auf und zu, so dass mit den Lippen ein leise ploppendes Geräusch entsteht) auch das für Schiff. Teilweise verwirrend – aber auch total süß!

(Einen zweiten, ähnlichen Verhörer hat sie beim Auto fahren. Neulich setzte ich sie ins Auto. Sie zeigte auf den Fahrersitz und forderte: „Mama!“ Ich antwortete ihr: „Ja, da setzt die Mama sich gleich hin und fährt.“ Woraufhin sie mit der Zunge schnalzte – ihr Laut für Pferd. 😂)

Jedenfalls fuhren wir also per Fisch-Schiff zur Herreninsel. Dort steht das Schloss von Ludwig II., das man besichtigen kann. Ich war da als Kind mehr als einmal drin und es hätte mich schon nochmal interessiert. Aber mit der Kleinen durch ein Schloss voller wertvoller Antiquitäten war mir zu heikel. Tragen lässt sie sich immer dann gar nicht, wenn es praktisch wäre und obwohl ich sicher wäre, dass sie nichts absichtlich beschädigen würde, so ist sie eben doch einfach ein lebhaftes Kleinkind – und da passieren manchmal Missgeschicke. Bloß bitte nicht in einem Schloss. 😉 Somit beschränkten wir uns auf einen ausgedehnten Spaziergang rund um die Insel, durch Wälder und an lichten Wiesen und Koppeln vorbei, bestaunten das Schloss von außen und genossen Natur und Sonnenschein.

Auf unserem Rundweg machten wir dann auch Mittagspause. Wir genossen dank Föhn ein herrliches Panorama im Sonnenschein auf die Alpen und davor glitzernd ausgebreitet den See. Einfach herrlich! Es war so warm, dass mein Mann und ich die Jacken auszogen  (die Kleine ist immer noch leicht erkältet und hatte nur eine dünne Softshelljacke an, die machten wir dann lieber bloß auf). Leider legte sie dann noch einen bühnenreifen Stunt hin, als sie in abschüssigem Gelände über eine Wurzel stolperte und kopfüber in der Vertiefung zwischen zwei weiteren Wurzeln landete – ohne sich abzufangen. Nun hat sie einen kleinen blutigen Riss außen am Ende der Augenbraue und zwei Abschürfungen und blaue Flecken an der Stirn. Zum Glück ist sonst nichts passiert und sie beruhigte sich auch schnell wieder und war wieder guter Dinge!

Nach der Mittagspause fuhren wir dann weiter zur Fraueninsel. Leider waren viele Gaststätten noch gar nicht geöffnet oder hatten gerade Betriebsferien. So wurde aus unserem Plan, dort Kaffee zu trinken, leider nichts, da die wenigen geöffneten Restaurants total überlaufen waren. Wir spazierten also einmal rund um die Insel und saßen eine Weile auf einer Bank am Ufer. Zum großen Entzücken der Kleinen kamen ein paar vorwitzige Enten ganz nah, eine sogar so nahe, dass man sie bequem hätte streicheln können. Das war der Kleinen dann aber doch etwas unheimlich und sie kletterte Hals über Kopf auf Papas Schoß. 😆

Dann schlug jedoch das Wetter um und es wurde stürmisch und kalt. Wir nahmen kurz entschlossen das nächste Schiff von der Insel, weil es auf dem Schiff warm und geschützt war und fuhren eine Extra-Runde nach Gstadt, von da wieder zurück zur Fraueninsel, zur Herreninsel und dann nach Prien. Die Kleine freute sich, Schiff fahren fand sie ganz prima!

Auf dem Rückweg schlief sie ganz geplättet im Auto ein. Kein Wunder nach so vielen neuen Eindrücken und einem ganzen Tag an der frischen Luft! Zum Abendessen und somit dem Abschluss unseres Urlaubes waren wir bei meiner Oma eingeladen. Dort brauchte die Kleine eine Weile, um wach zu werden. Aber spätestens als das Essen auf dem Tisch stand, war auch der allerletzte Rest Müdigkeit verflogen! Sie verschlang mit Begeisterung fast eine halbe Brezel, 2 Weißwürste (!!!), 3 Scheiben italienische Salami und als ich dachte, nun müsse sie aber bald platzen, aß sie noch die ganzen Apfelstücke aus dem Apfelkuchen meines Mannes, den es zum Nachtisch gab. 🙊 Unglaublich, dass so viel in einem so kleinen Bäuchlein Platz finden kann!

Nun liegt sie friedlich schlummernd in ihrem Bett – und wenn sie heute nicht durchschläft, dann liegt es definitiv nicht an nachts hungrig aufwachen!

Tag 2 und 3 – von ganz doof bis ganz toll

Gestern war ein schwieriger Tag. Schon der morgendliche Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes: Nebelbänke, grau, trüb, leichter Regen. Wir bemühten uns redlich, uns davon nicht unterkriegen zu lassen, verpackten uns nach dem Frühstück gut und trotzten dem Regen, indem wir zu Fuß in den historischen Stadtkern von Berchtesgaden marschierten. Die Kleine hatte auch nicht gerade ihren besten Tag und war ständig am quengeln und jammern, ohne dass eine Ursache feststellbar gewesen wäre. Kaum angekommen, wurde aus dem leichten Regen starker Dauerregen… Und die Kleine fand Kinderwagen plötzlich auch doof und wollte selbst laufen. Und als wir den Rückweg lieber per Bus bewältigen wollten, war sie auch gar nicht angetan… Einfach alles doof! Im Bus schlief sie prompt ein, ein Umtopfversuch bis ins Bett scheiterte erwartungsgemäß.

Nach Mittagessen und ein bisschen gemütlichem Spielen auf dem Zimmer, was uns allen gut tat, fuhren wir zum Salzbergwerk in Berchtesgaden. Ich war dort schon öfter, als Kind, als Jugendliche und auch als Erwachsene mit dem damals noch kleinen Großen. Jedes Mal fand ich es toll. Besonders das Einfahren mit dem kleinen Zug und das Rutschen auf den langen Holzrutschen. Entsprechend freute ich mich sehr auf den Ausflug.

Natürlich waren wir nicht die Einzigen, die bei schlechtem Wetter auf diese Idee kamen. Also bekamen wir Tickets erst für eine Tour anderthalb Stunden später. Bis dahin, so sagten es die Hinweistafeln, solle man die Dachterrasse nutzen, einen kleinen Rundweg gehen oder gegenüber einkehren. Leider war die Dachterrasse geschlossen, der Rundweg wegen Schnee und Glatteis ebenso, und gegenüber war alles voll… So suchten wir uns also draußen ein Plätzchen und warteten dort.

Es standen auch drei chinesische Reisebusse dort. Die Chinesen hatten großteils ihre Führungen schon hinter sich und wimmelten überall herum. Eine Gruppe Frauen verknallte sich Hals über Kopf in die Kleine, schäkerten auf chinesisch mit ihr und sie fand die Aufmerksamkeit gleichzeitig sehr verwunderlich und auch irgendwie cool, so dass sie ständig lachen musste, was bei den Chinesinnen wiederum zu Entzückensrufen führte. 😂 Schließlich fragte eine auf englisch, ob sie ein Foto machen dürften, was ich erlaubte. Sofort zückten sicher 5 Damen ihre Handys und knipsten wild drauflos. Die Kleine war begeistert. 😆 Als eine dann aber für ein Bild mit ihr ganz nahe kam, war es ihr unheimlich und das Strahlen wurde von einem sehr kritischen Blick abgelöst. Nachdem die Gruppe dann weg war, kam ein vielleicht etwa Dreijähriger und setzte sich einfach neben uns. Er plapperte vergnügt die Kleine voll (ganz offensichtlich auf der Suche nach einem Spielkameraden für die Wartezeit), teilte sein Vesperbrot mit ihr und schließlich hopsten und kletterten sie gemeinsam über die 3 Stufen zu einer kleinen Aussichtsplattform über dem Fluss. Als auch er schließlich gehen musste, war schon mehr als die Hälfte der langen Wartezeit überstanden.

Schließlich war es endlich soweit und wir waren an der Reihe. Die Kleine war mittlerweile etwas müde – nicht die beste Voraussetzung. Den Bergmannsanzug fand sie unheimlich und wollte ihn nicht anziehen, sondern weinte, als ich ihn nicht direkt an der Garderobe wieder zurückgab. Sie wollte erst auch nicht, dass ich meinen anziehe. Schließlich durfte ich das und als sie mich und den Papa sah, kicherte sie und wir durften ihr ihren doch anziehen.

Danach mussten wir wieder warten, bis es weiterging. Zwar nicht sehr lange, aber ihre Geduld war nun wohl einfach erschöpft und sie verfiel wieder in ihr Dauergejammer. War ich froh, als es weiterging! Dann durften wir auf dem Zug Platz nehmen und wurden fotografiert – die Kleine strahlte. Damit war aber schnell Schluss, als der Zug sich in Bewegung setzte und wir in den dunklen Berg einfuhren. Sie bekam furchtbar Angst und klammerte sich panisch an mich und wimmerte, bis wir endlich anhielten. Arme kleine Maus!

Die Führung fand sie dann aber gut. Lediglich auf Rutschen konnte sie sich gar nicht einlassen, so dass ich mit ihr die zwei Mal eben lief. Schiff fahren war ihr auch erst unheimlich, aber die Lichtshow dabei fand sie dann doch toll. Richtig hell begeistert war sie, als wir durch einen Tunnel mit Schwarzlicht gingen und an den Anzügen alle weißen Streifen strahlend leuchteten. Da flippte sie fast aus! Leider lief sie keinen Meter selbst und bestand auch bei den Pausen mit Vorträgen von unserem Führer vehement auf „Mama Aam!“, so dass ich irgendwann dachte, ich breche bald zusammen. Zum Glück konnte man sich immer mal wieder irgendwo setzen. Ganz am Ende setzte ich sie bei einem Vortrag wieder ab und sie jammerte sofort wieder los, als ein Sechsjähriger zu ihr kam, vor ihr in die Hocke ging und „Schscht!“ machend ihre Wange streichelte. ❤ Sie war sofort still. Der Junge nahm sie an die Hand und ganz selbstverständlich lief sie den letzten Teil an seiner Hand zu Fuß! Unglaublich! Und sowas von niedlich von dem Jungen!

Abends gingen wir dann noch mit meiner Oma essen und die Kleine trieb uns auf dem Hinweg zum Restaurant alle in den Wahnsinn. Wir hätten wohl in normalem Tempo etwa 15 Minuten dorthin gebraucht. Die Kleine wollte aber unbedingt weder in den Kinderwagen noch auf Papas Arm. Auf meinen wollte sie gerne, aber ich konnte wirklich nicht mehr. Also lief sie lieber – jaulte dabei aber ohne Unterlass. Meine Großmutter war total schockiert. Zuerst sagte sie immer wieder, dass die Kleine ja sicher bald aufhöre – aber sie hörte nicht auf, sie schrie wie am Spieß, wenn Papa ihr auch nur anbot, sie zu tragen, und heulte so vor sich hin, wenn sie neben mir herstapfte. Und nichts brachte sie davon ab, weder Blumen noch Vögel noch Hunde noch sonst irgendwas. Wir brauchten 35 Minuten und sie hörte die ganze Strecke nicht auf. Sie tat mir auch wirklich sehr leid, aber ich konnte einfach wirklich nicht mehr – und mit Kinderwagen dabei und tragewilligem Papa fand ich, dass sie auch genug Alternativen hatte!

Beim Essen haute sie dann eine riesige Portion Spätzle mit Soße weg und dann war die gute Laune auch wieder da. Sobald sie hungrig wird, ist wirklich nicht mehr gut Kirschen essen mit ihr! Nach anfänglichem Protest verbrachte sie den Rückweg dann auch motzfrei im Kinderwagen. 😉 Ehrlich gesagt war ich froh, als wir abends alle im Bett lagen!

 

Heute war dagegen ein viel schönerer Tag! Er begann auch direkt mit strahlendem Sonnenschein auf den weißen Berggipfeln. Sehr vielversprechend, wenn auch noch sehr kalt! Die Kleine war nach einer guten Nacht fit und fröhlich. Unser erstes Tagesziel war der kleine, aber feine Zoo Salzburg. Eine Freundin hatte mir davon erzählt und da die Kleine Tiere liebt, lag es nahe, auch einen Ausflug dorthin zu machen. Der Zoo ist wirklich nicht groß – ganz und gar nicht zu vergleichen mit der heimischen Wilhelma, „unserem“ riesigen Zoo in Stuttgart. Aber er ist liebevoll angelegt mit schönen Gehegen und bietet viele Infos. Wir waren alle drei entzückt!

Die Kleine verliebte sich Hals über Kopf in drei „Ehe“ (Rehe, wobei die drei tatsächlich eigentlich Wald-Rentiere waren) und wollte da gar nicht mehr weg. Sie ließ sich schließlich mit Ziegen füttern locken. Wir hatten extra Futter gekauft und gingen mit ihr in den Streichelzoo-Bereich. Ich rechnete mit zudringlichen Ziegen und Angst bei der Kleinen, aber die Ziehen waren ungewohnt gesittet, sprangen nur mal an meinem Mann hoch, der die Futtertüte verwaltete, und vom Ziegengedränge ließ die Kleine sich gar nicht beeindrucken. Sie fütterte also glücklich die Ziegen und als wir nichts mehr verfüttern wollten, um den Rest später noch loswerden zu können, kicherte sie amüsiert, als eine Babyziege an dem Zipper des Reißverschlusses ihrer Jacke nuckelte. 😂

Wir fütterten auch noch Schafe, aber die drängelten mehr und da hielt die Kleine lieber etwas Abstand. Restlos hingerissen war sie vom „Bee!“, dem Bär, meint den kleinen Roten Panda. Davon gab es zwei, die sehr neugierig den Pfleger beobachteten, der das Nachbargehege reinigte, und die so sehr aktiv in ihrem Gehege unterwegs waren, um immer den besten Blick zu haben. An dem Gehege standen wir wirklich eeeewig.

Ich wiederum fand die Breitmaulnashörner toll. Mal abgesehen davon, dass diese riesigen Tiere sowieso beeindruckend sind, hatte dort ein Muttertier halbstarke Zwillinge. Zuerst kabbelten die beiden sich miteinander, gingen testweise mit ihren noch mini Hörnern aufeinander los und sausten erstaunlich beweglich durch ihr großzügiges Gehege. Danach schossen sie sich gemeinsam auf ihre Mutter ein und gingen der, so sah es jedenfalls aus, ganz gehörig auf die Nerven. 😂 Sobald sie ihr Horn senkte und drohend einen Laut von sich gab, wichen die Jungtiere einen Meter zurück, aber sofort gingen sie wieder übermütig auf die Mama los. Sah nie gefährlich aus, aber ich hab echt mitgefühlt mit der genervten Mutter! 😆

Nach dem Zoo fuhren wir weiter an den Königssee. Wieder verschmähte die Terrorkrümeline Papas Arm und Kinderwagen und lief lieber, diesmal aber wenigstens gut gelaunt! Sie marschierte vom Parkplatz bis hinab zum Seeufer und weiter noch bis hinter den Malerwinkel, von wo aus man toll auf den See blicken kann. Schiff fahren konnten wir leider nicht  (wussten wir aus dem Internet aber bereits im Vorhinein), weil der See noch teilweise eisbedeckt war. Da müssen wir wohl mal im Sommer nochmal wieder kommen! Auf dem Rückweg schließlich durfte endlich mal der Papa tragen, nachdem Mama sich weiterhin hartnäckig weigerte.

Abends waren wir noch etwas essen und dann recht früh an der Jugendherberge zurück. Die Kleine spielte noch unten in der Lobby in der dort eingerichteten Spielecke und wurde nach einer Weile quasi adoptiert von einer etwa Drei- oder Vierjährigen, die uns informierte: „Wir passen jetzt auf sie auf, damit sie nicht wegläuft!“ 😂 Die Kleine hat echt eine magische Anziehungskraft auf ältere Kinder, stelle ich fest! Sie fand es witzig, so umtüddelt zu werden, auch wenn sie garantiert mindestens die Hälfte des Gesagten gar nicht kapierte.

Jetzt schlummert sie nach einer Dusche selig und träumt hoffentlich von „Ehe“ und „Bee“. Heute war sie die gewohnte Strahlemaus, kein Vergleich zu der Heulboje von gestern! Hoffentlich wird es morgen so wie heute… 😉

Tag 1 – Hallo, ihr Berge!

Heute sind wir in einen kleinen Kurzurlaub gefahren, nach Berchtesgaden. Meine Großmutter wohnt hier in der Nähe und so verbringen wir nun unsere Tage zu dritt  (der Große wollte Zuhause bleiben und Wohnung und Kaninchen hüten und die sturmfreie Bude genießen) und die Abende mit meiner Großmutter. So hat jeder was davon!

Immer mittwochs ist Pikler-Spielraum, der gleich morgens um 9 Uhr beginnt. Das haben wir ausgenutzt und das meiste gestern schon gepackt und ins Auto geladen und heute morgen nur noch den Rest dazu, und dann fuhren wir gestiefelt und gespornt zum Spielraum. Die Kleine liebt den Spielraum! Dass heute auch noch Mama UND Papa dabei waren, fand sie umwerfend!


Und unser Plan ging auf. Die Kleine spielte sich müde, futterte danach noch eine Banane und eine halbe Brezel – und noch bevor wir auf der Autobahn waren, schlummerte sie selig. Und zwar mehr als die Hälfte der Strecke, nämlich bis hinter München. Das war mal eine entspannte Fahrt! Dort machten wir dann Pause, aßen im Auto unser mitgebrachtes Vesper und dann ging es weiter. Die Kleine war weiterhin total vergnügt, futterte Smarties, schaute aus dem Fenster oder Pixiebücher an.

Die Jugendherberge hier in Berchtesgaden ist wirklich schön. Der Empfang war total nett. Es liegt sogar noch etwas Schnee, was die Kleine unterwegs nach einem Blick aus dem Fenster mit einem ausdrucksstarken Frösteln kommentierte. 😂 Dabei ist es nicht mehr wirklich eiskalt! Wir haben ein schönes, großes Zimmer, in dem die Kleine ausreichend Platz zum Spielen hat. Draußen gibt es einen kleinen Spielplatz, den sie gleich erforschte, obwohl ihr der Schnee, der noch fast allen Boden bedeckte, nicht wirklich geheuer war. 😉

Viel mehr Zeit blieb uns dann auch nicht mehr, da wir ja mit meiner Großmutter verabredet waren. Das führte dann leider zu dicken Krokodilstränen. 🙁 Ein paar Knuspersterne im Auto trösteten zum Glück auf der Fahrt. 😉 Meine Oma freute sich riesig über die Kleine – die auch überhaupt kein bisschen schüchtern war, strahlend Omas Hand zur Begrüßung schüttelte (das ist das neueste 😆), und in ihre Wohnung vorausmarschierte, als ginge sie dort täglich aus und ein  (dabei waren wir zuletzt im August bei ihr zu Besuch – ich hab ernsthafte Zweifel, dass sie sich daran noch erinnern kann).

Meine Oma hatte Kartoffelsalat vorbereitet und dazu gab es dann Nürnberger Würstchen und gemischten Salat. Und die Kleine futterte, als bekäme sie daheim nichts zu essen. 😂 Sechseinhalb Würstchen und eine ganze Menge Kartoffelsalat verputzte sie ohne inne zu halten. Meine Großmutter war tief beeindruckt. Sie selbst schaffte nur 4 Würstchen. 😉

Auf dem Rückweg schlief die kleine müde Maus dann im Auto ein. Sie wachte beim Hochtragen zwar auf, schlief dank stillen im Bett aber schnell weiter. Und genau das tut die Mama nun auch. 😉

Kurzurlaub in Bayern

Wir waren für ein paar Tage in Bayern bei meinen Großeltern zu Besuch – was mit ein Grund dafür war, dass es hier so still geworden ist. 😉

Der Große blieb Zuhause – er bettelte schon länger darum, mal alleine bleiben zu dürfen und da war unser geplanter Kurztrip die perfekte Gelegenheit. So konnten wir für 4 Nächte / 5 Tage wegfahren und ihn hier daheim lassen, er hatte sowieso Schule. Und er konnte sich um unsere vierbeinigen Freunde (unsere 3 Kaninchen) kümmern. Es war nun das erste Mal, dass er länger alleine daheim war, und es war jetzt auch im perfekten Alter. Ich machte mir im Vorfeld wirklich gar keine Sorgen, ob er das hinbekommen würde oder nicht. Er ist so selbstständig und vernünftig, dass ich weder besorgt sein musste, dass er verhungern würde, noch dass ich befürchten musste, dass er hier eine fette Party schmeißt und unsere Wohnung verwüsten würde.

Und genau so war es dann auch! Wir hatten ihm Dosen-Ravioli, Dosen-Spaghetti und zwei verschiedene Tiefkühlpizzen dagelassen, außerdem Obst und Gemüse und Brot und Belag, woran er sich bedienen konnte. Und ihm gesagt, dass wir noch 15 Euro zur Verfügung stellen würden, womit er sich kaufen könne, was ihm fehle. Dem Frieden traute er wohl nicht und schickte mir seinen Einkaufszettel mit der Frage, ob er das von den 15 Euro wirklich kaufen dürfe?! Durfte er aber natürlich. 😉

Sein Einkaufszettel:

  • 2x Paradiescreme
  • 1x Duplo
  • 1x Kaugummi
  • 2x M&Ms
  • 1x Chipsmäuse
  • 2x Chips
  • 2x CocaCola
  • 1x CocaCola Life

Total gesund, wie man sieht… 😀 Er durfte es aber kaufen – ist ja seine Sache und er sollte ja auch eine schöne Zeit haben hier daheim. Und mal ehrlich – wer von uns hätte das mit 15 denn anders gemacht?! 😉

Wir waren in der Zwischenzeit wie gesagt bei meinen Großeltern. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück, es war die meiste Zeit über (jedenfalls tagsüber) trocken, und gegen Ende wurde es superschön mit strahlendem Sonnenschein und freibadreifem Wetter. Wir waren viel draußen und genossen das süße Nichtstun – bei meinen Großeltern werden wir immer nach Strich und Faden verwöhnt. Das ist wirklich immer wie Urlaub.

GartenanlagenBlumenVom Wetter her war der letzte Tag der schönste. Da waren wir im Dehner-Blumenpark in Rain am Lech. Die Anlagen dort sind einfach phantastisch! 🙂 Ich war wirklich total begeistert von den tollen Blumen und der ganzen, liebevoll angelegten, Gartenlandschaft. Außerdem blühte es überall total. Wir fanden noch einen Naturlehrpfad, der total toll gestaltet war. In einem flachen Tümpel war alles voller Froschlaich und wir sahen mehrere Frösche, die davonhüpften, als wir uns näherten und pfeilschnell davonschwammen.

Später am Nachmittag saßen wir noch auf einer großen Picknickdecke bei den Großeltern in deren tollem Garten und genossen den Sonnenschein (bzw. mit der Kleinen eher den Schatten 😉 ). Meine Großeltern haben eine Frischwasserquelle auf dem Grundstück und die Kleine durfte am Wasserbassin spielen. Das Wasser war ganz frisch eingelassen und wirklich EISKALT. BrunnenIch dachte ja, sie tunkt einmal ihr Händchen ein und wird dann enttäuscht weinen, weil es zu kalt zum Spielen ist. Ha! Weit gefehlt! Sie planschte und planschte und patschte hinein und juchzte, wenn es spritzte – und sie versuchte sogar, hineinzusteigen… Als der Papa sie dann am Ende aber mal mit den Füßchen durchzog, hockte sie sie doch blitzschnell an und verzichtete dann lieber auf ein Vollbad. *g*

Alles in allem hatten wir ganz tolle Tage und auch der Große hat die elternfreie Zeit sehr genossen. 🙂 Das machen wir irgendwann mal wieder – ich denke, meine Großeltern finden es auch immer wieder toll, wenn sie an der Entwicklung ihrer Urenkel Teil haben können (und die Kleine entwickelt sich eben noch viel schneller als der Große).

Home, sweet home

Nun sind wir wieder daheim. Die erste Maschine Wäsche läuft schon, die Kinder sind im Bett und wenigstens die Kleine schläft auch schon friedlich. Ein Koffer ist schon leer, der zweite fast – ich finde, ich war schon ganz schön fleißig. ☺

Das Packen und Auto beladen morgens war nervig. Es sind dann immer irgendwie noch so viele Kleinigkeiten, an die man denken muss – Müll muss noch raus gebracht werden, das geht aber erst nach dem Vesper richten, weil dabei nochmal Müll anfallen wird; es muss noch abgespült werden, das muss aber warten, bis nach dem Äpfel schneiden, weil man dafür ja wieder was benutzt; die Koffer müssen als erstes ins Auto, aber so, dass wir beim Zwischenstopp in Köln noch an den Buggy kommen, und außerdem erst nachdem alle Zähne geputzt haben, die Sachen müssen noch rein; und so weiter… Zudem bekam die Kleine Zustände, als alle immer wieder raus und rein liefen und sie nicht mitgenommen wurde. Sie versuchte die Flucht nach vorne und wann immer jemand die Tür öffnete, versuchte sie blitzschnell, hinaus zu krabbeln und schrie Zeter und Mordio, wenn man sich ihr in den Weg stellte oder sie wieder zurückholte. Dann wurde sie auch noch müde und dann motzte der Große, weil er nicht vorne sitzen durfte, und am Ende war ich schon ziemlich durch, da waren wir noch nicht mal losgefahren und hatten demnach noch rund 760 km vor uns. 

Die Fahrt war dann aber echt okay. Vor Köln mussten wir eine Vollsperrung umfahren und standen 3 km im Stau, aber das wars auch schon. Auch das Verkehrsaufkommen war die meiste Zeit angenehm überschaubar.

In Köln machten wir wieder Pause und verbrachten sie auf dem Flohmarkt, auf dem unsere Freunde verkauften, bei denen wir auch auf der Hinfahrt gehalten hatten. Die Sonne strahlte und es hatte etwas entschieden frühsommerliches. Ich fand es ganz schade, dass wir dann recht bald wieder los mussten.

Die Kinder machten die Fahrt total super mit. Was nach dem Start in den Tag ja nicht unbedingt zu erwarten war. 😉 Die Kleine schlief zweimal jeweils über anderthalb Stunden, der Große auch zwei Stunden am Nachmittag. So reist es sich wirklich angenehm! Nur die letzte halbe Stunde hätte dann nicht mehr sein müssen, da wurde die Maus dann sehr ungeduldig.

Das war wirklich ein schöner Urlaub, vom ersten bis zum letzten Tag! ☺

Letzter Urlaubstag

Heute war unser letzter Urlaubstag. So schade, wir würden es hier auch noch länger aushalten. 😉 Aber das zeigt ja immerhin, dass es uns gefallen hat und wir uns wohlgefühlt haben, nicht wahr? Besser als wenn wir die Heimfahrt kaum abwarten könnten.

Wir hatten (wieder ohne den Großen, der konnte in diesem Urlaub wirklich nach Herzenslust chillen 😉) eine  Ausflugsfahrt mit dem Schiff gebucht, von Bensersiel nach Langeoog, um dort weitere Gäste aufzunehmen, dann entlang der Südküste von Baltrum durch das Baltrumer Watt bis zu der Inselbefestigung im Westen und dann zur Ostküste von Norderney zu den Sandbänken, auf denen Seehunde liegen (jedenfalls hofften wir das natürlich, wissen kann man das ja nie vorher). Die Kleine war noch nie auf einem Schiff und ich war neugierig, wie sie den unsicheren Boden unter sich so finden würde. Aber das beachtete sie kaum – einen Moment schaute sie erstaunt auf, als der schwere Schiffsmotor zu dröhnen und das Schiff zu vibrieren begann, aber dann beachtete sie es nicht weiter.

Anfangs waren wir an Deck, aber der Wind war ihr unangenehm und sie wurde nach einer Weile motzig. Also gingen wir mit ihr unter Deck. In Langeoog kamen dann noch so viele Passagiere an Bord und es war so kalt draußen, dass alle Tische unter Deck belegt waren. Ein älterer Herr fragte, ob er sich zu uns setzen dürfe und mit dem unterhielten wir uns dann sehr nett. Die Kleine flirtete fleißig in alle Richtungen, wurde total oft angesprochen und einer wollte sie sogar mitnehmen! Wir genehmigten uns einen Kaffee und genossen die Tour. Im Baltrumer Watt ist die Fahrrinne so flach, dass nur wenige Zentimeter Wasser zwischen Kiel und Grund liegen – und einige Male schleifte der Schiffsrumpf tatsächlich über den Boden oder es gab einen Ruck, wenn das Schiff aufsetzte. Das Ganze hatte etwas abenteuerliches, obwohl der Kapitän versicherte, dass das Schiff extra dafür gebaut worden war.

SeehundbankDie Inselbefestigung von Baltrum sahen wir uns von unter Deck an, aber für die Seehundbänke zogen wir uns warm an und stiegen hinauf in den Wind. Die Kleine fand es nicht so cool. Um die Seehunde nicht zu stören, waren wir natürlich nicht zu nah dran und sie nahm sie die gar nicht wahr. Und ansonsten fand sie es oben einfach nicht so toll und mochte offensichtlich den Wind tatsächlich nicht. Zuerst trug der beste Ehemann von allen sie eine Weile herum und ich schaute und machte Fotos, dann tauschten wir. Die Seehunde sind so niedlich, wie sie da immer aus dem Wasser schauen und gemütlich im Sand liegen und miteinander so rumhängen. Sie wirken so plump an Land – und sind so beweglich und flink im Wasser!

Hafen Bensersiel Anschließend verzogen wir uns wieder unter Deck. Der ältere Herr an unserem Tisch freute sich richtig, als wir wieder da waren. Als es ab Langeoog dann deutlich leerer wurde, ließen wir die Kleine krabbeln. Davor war zuviel los und es wäre bestimmt jemand über sie gefallen. Die Kleine ließ sich vom schwanken des Schiffes nicht im mindesten beeindrucken und krabbelte ganz normal und zog sich auch wie immer zum Stehen hoch – es schwankte aber auch nicht stark. Die Einfahrt in den Bensersieler Hafen verbrachten wir dann wieder an Deck, um das beobachten zu können.

Die Kleine war nach dem Abenteuer fix und fertig. Sie hatte nur auf der Fahrt nach Bensersiel 20 Minuten geschlafen statt wie sonst vormittags anderthalb Stunden. Bis auf die letzten 5 Minuten war sie die ganze Zeit ein Sonnenschein und blendender Laune. Unglaublich! Im Auto schlief sie dann quasi sofort ein, wachte daheim nach einer Dreiviertel Stunde wieder auf und wanderte nach einem Windelwechsel sofort noch einmal ins Bett und schlief nochmal fast zwei Stunden…

PoolNachmittags ging ich dann noch mit dem Großen ins Hallenbad bei uns in der Unterkunft. Das machte echt Spaß und wir hatten eine Menge Spaß. Wir tobten durchs Becken, machten Quatsch und lachten eine Menge. Er bekommt den „töten Mann“ einfach nicht hin, also sich flach und bewegungslos ins Wasser zu legen und oben schwimmen zu bleiben. Aber wir kriegen einfach nicht raus, woran es liegt. 😂

Abends waren wir zum Abschluss des wirklich schönen Urlaubs und zur Feier unseres 7. Hochzeitstages dann noch Essen. Eigentlich wollten wir wieder einem Geheimtipp unserer Vermieter folgen, aber dort war wegen eines Trauerfalls heute außerplanmäßig geschlossen. So suchten wir uns etwas in Esens und landeten mit der Ratsgaststätte einen echten Glücksgriff – es war super lecker! Ich aß einen Fisch Teller mit Rotbarschfilet, Schollenfilet und Steinbeißerfilet – soooooo lecker!!! Die Kleine, die Fisch bislang nicht so überzeugend fand, fiel vor gieriger Begeisterung beinahe aus dem Hochstuhl und kommentierte jede Gabel mit „Hmmmm! Hmmm!“-Rufen. Ich hätte es noch entzückender gefunden, wenn sie mir dabei nicht fast die Hälfte meines leckeren Fisches weggefuttert hätte. 🙈

Alles in allem hatten wir einen tollen Urlaub! Und wir waren sicher nicht zum letzten Mal an der Nordsee. ☺

Nordsee-Therme

Schaumstoff-BausteineWieder verbrachten wir einen entspannten Vormittag daheim. Eigentlich sind wir sonst im Urlaub den ganzen Tag unterwegs, aber mit Baby wäre das nicht gut gegangen. Sie braucht echt auch immer Zeiten am Tag zum selbst spielen und krabbeln, sonst wird sie ganz und gar unleidlich. Unsere Ferienwohnung stellte sich da als absoluter Glücksgriff heraus, denn wir fanden hier im Kinderzimmer mehrere Kisten mit Spielsachen. Für das meiste ist sie noch zu klein, aber es war auch ein großer Korb mit Schaumstoff-Bausteinen dabei (wie Moosgummi) – und die findet sie suuuuuper! Sie stapelt, sie wirft sie rum (und das quasi lautlos, da ja aus Schaumstoff, ich bin begeistert!), sie steckt sie ineinander, sie räumt alle raus aus dem Korb und dann wieder rein, sie schleppt sie durch den Raum, räumt sie auf den Tisch, lässt einen von uns einen Turm bauen, den sie dann umwirft – kurz: Die Möglichkeiten sind endlos! Wir überlegen uns schon, ihr noch solche für den ersten Geburtstag zu holen. ❤ Am meisten Spaß hat sie daran, in die Bausteine mit Loch andere Bausteine zu stecken.

Bausteine

 

Gegen 11:30 Uhr ging es dann los zur Nordsee-Therme nach Bensersiel. Unsere Kinder sind beides totale Wasserratten. Der Große nicht unbedingt von Anfang an, mittlerweile aber schon. Die Kleine ist es schon immer und Schwimmen kennt sie ja vom wöchentlichen Babyschwimmen. So hatten heute auch beide viel Spaß. Der Große war mit dem Papa und mit mir rutschen (der jeweils andere blieb beim Baby), wir waren zu viert im Becken, mit der Kleinen im Babybecken und im Kinderspielbecken, im Solebecken und und und… Die Kleine gab die ganze Zeit Vollgas und war mit Feuereifer und großer Begeisterung bei der Sache.

BabybeckenDas ganze Schwimmbad hat mir super gut gefallen. Es wirkt nicht sehr groß, aber es fehlt wirklich nichts! Es fängt schon bei den liebevoll gestalteten Umkleiden an, geht bei den tollen Einzelduschen weiter und endet bei der Trennung von Kinderspielbecken (mit Pratenschiff und mini-Rutsche) und Babybecken. Heute war es zudem sehr leer – als ich mit dem Großen rutschen war, waren wir die einzigen auf der Rutsche und mussten überhaupt nie warten! Im Babybecken, in dem die Kleine sehr gut stehen konnte, gab es in einer Ecke eine kleine Krabbe, aus der Wasser sprudelte. Das fand die Kleine natürlich mega spannend und wir verbrachten wirklich viel Zeit dort.

Nach 4 Stunden verließen wir das Schwimmbad dann. Die Kleine war fix und fertig, zuzzelte im Autositz im Halbschlaf einen Obst-Quetschie hinunter, trank noch etwas und war dann binnen zwei Minuten im Tiefschlaf. Sie war echt fix und fertig! Nach zwei Stunden (bereits nach 18 Uhr!) weckte ich sie dann mal… Bis dahin schlief sie in der Babyschale im Flur. Sie hätte auch gerne noch weiter geschlafen, aber dann nachts vermutlich überhaupt nichts mehr! Zum Abendessen verputzte sie so dermaßen viele Schinkennudeln mit Ei, dass ich befürchtete, dass alles wieder rauskommen würde. Aber alles blieb  drin und um neun war die Kleine in komatösen Tiefschlaf gesunken. Seither hat sie sich (extreeeem ungewöhnlich!) nicht mehr gemeldet. ☺

Greetsieler Zwillingsmühlen und Seehundaufzuchtstation

Den Vormittag verbrachten wir wieder gemütlich in Blomberg. Erst spielten wir drinnen, dann gingen wir eine Runde im Ort spazieren. Wir kamen an einer Weide mit ein paar Pferden vorbei, und die Kleine hopste vor Begeisterung in ihrem Kinderwagen auf und ab und imitierte das Wiehern. Während wir noch den Pferden beim grasen zusahen, kam ein riesiger Trecker und fuhr genau vor unserer Nase vorbei. Die Kleine war nicht im mindesten beeindruckt, sondern verrenkte sich sofort wieder nach den Pferden und würdigte das imposante Gefährt keines weiteren Blickes. Ich halte eigentlich nicht viel davon, Mädchen rosa und Jungen hellblau zu erziehen – aber gewisse Unterschiede kann ich tatsächlich jetzt schon feststellen! Der Große wäre ausgeflippt bei diesem Trecker, dafür hätten ihn die Pferde nur am Rande interessiert – und bei der Kleinen war es nun genau umgedreht…

Greetsieler ZwillingsmühlenNach dem Mittagessen fuhren wir ohne den Großen (der wollte wieder nur „Chillen“ daheim) dann los zu den Greetsieler Zwillingsmühlen. Das Wetter war gut, schwacher Wind, ab und zu strahlte die Sonne durch die Wolken. Wir hatten im Internet von einer geführten Mühlrnbesichtigung gelesen, uns aber nicht vorangemeldet. Daher freute es uns sehr, dass wir tatsächlich die letzten Plätze für die Führung erhaschen könnten! Die Kleine hatte ich wieder in der Trage (diesmal Apron gebunden, dadurch mit kürzerem Rückenteil und so konnte sie ihre Arme raus haben und wehrte sich nicht direkt beim Einbinden wie die Tage zuvor).

MühleWarnhinweisDie Führung war total super! Laut Hinweisschild im ersten Obergeschoss war das zwar nicht auf Kleinkinder ausgelegt, aber es wurde total süß Rücksicht genommen – vor jeder steilen Holzstiege wurde mir von allen Seiten Hilfe angeboten. Wurde es der Kleinen langweilig und sie motzig und ungeduldig, fand sich immer jemand, der ein bisschen Blödsinn mit ihr machte und sie zum Lachen brachte. Die vielen Holzbalken in greifbarer Nähe mit spannenden Löchern darin, in die man den kleinen Baby Finger stecken könnte, und mit vielen interessanten Schrauben und Nägeln fand sie total toll. Und so konnte ich tatsächlich dem meisten der über einstündigen Führung folgen. ☺ Die war auch wirklich interessant!

SeehundstationAnschließend fuhren wir weiter nach Norddeich zur Seehundstation. Die Kleine schlief auf dem Weg dorthin ein und ließ sich tatsächlich schlafend in den Kinderwagen umbetten – sie muss echt fix und alle gewesen sein. Als wir dann aber vor dem großen Becken mit Unter-Wasser-Sichtfenster standen, in dem ein übermütiger Seehund herumtollte, weckten wir die Maus auf und überraschenderweise hatte sie sofort blendende Laune und war von den Seehunden total begeistert und bejubelte jeden, der vorbeischwamm. 😂 Fast eine Stunde lang schauten wir den Seehunden beim Schwimmen und Spielen zu. Ich mache das so gerne, sie bewegen sich trotz ihrer ja eher moppeligeren Figur so geschmeidig, ich bin immer wieder fasziniert!

Baby im SandWir blieben bis zur Schließung um 17 Uhr. Dann mussten wir wohl oder übel gehen. Es war zwar mittlerweile komplett bedeckt, aber dort viel weniger windig und daher echt warm. Wir konnten uns mit der Kleinen ohne Jacke noch eine Runde auf den Spielplatz setzen und ihr „Sandtraining“ fortsetzen. Die Kleine ließ sich auch tatsächlich ohne langes Dran gewöhnen in den Sand setzen und malte darin und ließ ihn sich durch die Finger rieseln. Juhu! Ich freue mich so, dass das endlich funktioniert und sie auch Spaß am Spielen auf dem Spielplatz findet!